Workshop mit Herrn Kemmelmeyer: Füße gut – (fast) alles gut
Im vergangenen Halbjahr hatten wir an insgesamt fünf Abenden das Vergnügen, einen intensiven und abwechslungsreichen Workshop mit Herrn Karl-Heinz Kemmelmeyer zu erleben. Mit Fach-kompetenz und viel Begeisterung führte er uns in die spannende Welt der Füße ein und stellte dabei auch neueste Erkenntnisse aus der Neuroathletik vor. Sein Ansatz machte deutlich, wie sehr unsere sportliche Leistungsfähigkeit, aber auch die Prävention von Verletzungen, von einer soliden Basis in diesem Bereich abhängen.
Wir erhielten Einblicke in die Anatomie und Funktion des Fußes, lernten typische Ursachen und Risikofaktoren für Verletzungen von Fuß und Knie kennen und beschäftigten uns intensiv mit der Beinachse sowie der Hüfte als zentrale Schaltstellen für gesundes und effizientes Laufen.
Nach Einführung in die jeweilige Thematik konnten wir direkt unseren eigenen Ist-Zustand überprüfen und durch gezielte Übungen Verbesserungen spüren. Wir erlebten, wie sich bereits kleine Veränderungen positiv auf Stabilität, Bewegungsabläufe und das gesamte Laufgefühl auswirken können.
Ein Baustein des Workshops war die Mobilität. Wir lernten anschaulich, wie wichtig das harmonische Zusammenspiel zwischen Muskeln, Faszien und Gelenken ist. Fehlende Beweglichkeit kann langfristig zu Überlastungen führen – durch gezielte Mobilisationsübungen lassen sich diese Risiken deutlich verringern.
Ebenso standen Balance und Koordination im Mittelpunkt. Wir erfuhren, welche Rolle instabile Untergründe für das sensomotorische Training spielen und wie wir durch einfache Tests, etwa im Einbeinstand, unsere eigene Stabilität überprüfen können. Wir waren überrascht, wie herausfordernd vermeintlich kleine Übungen sein können und welch großen Einfluss sie auf Prävention haben.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Symmetrie. Ungleichmäßige Belastungen beim Laufen kosten nicht nur mehr Energie, sondern können langfristig zu ernsthaften Problemen führen. Kleine Fehlstellungen summieren sich über die Jahre hinweg und können Beschwerden hervorrufen – viele dieser Muster sind durch Training korrigierbar.
Besonders spannend war das Thema „Neurotraining, Bewegung beginnt im Kopf“ mit einem Einblick in neueste Trainingsmethoden. Gezieltes Training der neuronalen Steuerung kann Bewegungsqualität und Reaktionsfähigkeit entscheidend verbessern. Wir durften auch Neuroathletik Tools (z.B. die Rasterbrille, Farbbrillen, Vision Stick) ausprobieren und lernten, dass man damit und mit „Augen Liegestütz“ die Sehfähigkeit verbessern kann. Viele von uns erlebten dabei ganz neue Aha-Momente und entdeckten, wie eng Körper und Kopf tatsächlich zusammenarbeiten.
Abgerundet wurde der Workshop mit praktischen Tipps zum richtigen Aufwärmen und Dehnen, sowie mit speziellen Stabilisations- und Kräftigungsübungen, aber auch Balance- und Koordinationseinheiten. Interessant für uns war natürlich auch die Frage nach dem richtigen Schuhwerk – ein Thema über das alle Läufer gerne reden – und das über Komfort, Verletzungsrisiken und Leistungsfähigkeit entscheiden kann.
Insgesamt waren die fünf Abende lehrreich und sehr motivierend. Wir bedanken uns herzlich bei Herrn Kemmelmeyer für die inspirierenden Stunden und freuen uns bereits jetzt auf mögliche weitere Kooperationen.
Zum Abschluss noch ein Zitat von der GEHnial Footnotes Website:
„Wenn alles passt, ist durch eine harmonische und perfekte Abstimmung der Füße mit den Bewegungen der Beine, des Beckens, der Wirbelsäule, des Schultergürtels und der Arme eine nahezu verschleißfreie und kaum ermüdende Fortbewegung bis ins hohe Alter möglich.
Die Füße stellen somit die wichtigste Verbindungsstelle zwischen Körper und Umwelt dar.
Da wir uns auf zwei Füßen fortbewegen ist unsere Seitengleichheit und die Symmetrie unserer Füße eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein harmonisches, leichtes Bewegen. Dies spiegelt sich in einem runden Gangbild wieder.“
Helga Staudt-Bieber