Kein lockerer Frühlingslauf........von Christian Müller
Beim 5. LOWA Ultratrail Fränkische Schweiz stand ich in diesem Jahr auf der Speeddistanz über 33 Kilometer und 1.380 Höhenmeter an der Startlinie in Ebermannstadt und was dieser „kleine Bruder“ des Ultras zu bieten hat, ist alles andere als klein. Der Speedtrail gilt offiziell als ideal für Traileinsteiger, doch wer hier von einem lockeren Frühlingslauf ausgeht, wird sehr schnell eines Besseren belehrt. Nach 4:27h erreichte ich das Ziel auf dem Marktplatz – glücklich, erschöpft und mit großem Respekt vor dieser Strecke. Der Speedtrail führt über 33 Kilometer und rund 1.380 Höhenmeter durch das Wiesenttal, vorbei an Burgen, Höhlen, Felsen und unzähligen Singletrails rund um Ebermannstadt.
Schon auf den ersten Kilometern war klar: Heute wird es kein einfacher Tag. Die Sonne meinte es fast schon zu gut mit uns, und die frühsommerliche Hitze war für Läufer alles andere als ideal. Gerade auf den langen Anstiegen brannte sie gnadenlos auf die Strecke und machte das Rennen zusätzlich zu einer echten Belastungsprobe. Und diese Anstiege hatten es in sich: kurz, brutal steil und ohne jede Gnade. Kaum hatte man sich oben wieder gefangen und kurz den Puls wieder unter Kontrolle gebracht, wartete schon der nächste Gegenanstieg. Dazwischen technisch anspruchsvolle Trails, wurzelige Passagen, felsige Abschnitte und Downhills, die absolut keinen Fehler verzeihen. Hier war volle Konzentration gefragt, ein kurzer Moment der Unachtsamkeit hätte schnell unschön enden können. Besonders im letzten Drittel zeigte der Speedtrail noch einmal seinen wahren Charakter: ständiges Auf und Ab, schwere Beine auf flowigen Trails, die bis zum Schluss höchste Aufmerksamkeit verlangten.
Was diesen Lauf aber wirklich besonders macht, ist neben der grandiosen Landschaft vor allem die perfekte Organisation. Die Strecke war hervorragend ausgeschildert – Verlaufen war schlicht unmöglich. Gerade bei einem technisch anspruchsvollen Trailrennen ist das Gold wert, weil man sich komplett auf das Laufen konzentrieren kann, ohne ständig auf der Uhr den GPX-Track prüfen zu müssen. Genau so muss Trailrunning organisiert sein. Die Verpflegung an den VPs und im Ziel reichte von Süßem bis Salzigem sowie diverse Getränke. Der Ultratrail Fränkische Schweiz hat sich völlig zurecht als Frühjahrsklassiker etabliert. Die Mischung aus anspruchsvollem Terrain, traumhafter Kulisse, familiärer Atmosphäre und perfekter Organisation macht diese Veranstaltung zu etwas Besonderem. Trotz Hitze, brennender Beine und schmerzender Oberschenkel bleibt vor allem eines hängen: absolute Begeisterung für den UTFS.
Mein Fazit: Eine großartige Veranstaltung, die ich jedem Trailrunner nur empfehlen kann. Ich komme sehr gerne wieder – und freue mich jetzt schon auf das nächste Jahr. Besonders spannend: 2027 wird das Angebot noch erweitert. Neben den bekannten 33 km und 66 km sollen dann zusätzlich eine 15-km-Distanz sowie ein 100-km-Ultratrail angeboten werden. Das dürfte die Veranstaltung noch einmal auf ein neues Level heben.